Diese Seite würde viel besser aussehen in einem Browser, der aktuelle Web Standards unterstützt, obwohl der Inhalt von jedem Browser oder Internet-Lesegerät dargestellt werden kann. Um sich über aktuelle Browser zu informieren, klicken Sie hier.

krino. Philosophische Gesellschaft Bern

1.11.2018

Dr. Reinhard Schulze (Institut für Islamwissenschaften, Universität Bern)

Der Islam und die Gestaltung von Menschenrechten – Herleitung, Setzung, Rechtfertigung

In der Debatte um die Menschenrechte ist jede Bezugnahme auf den Islam höchst umstritten. Da die Menschenrechte in der islamischen Öffentlichkeit zunächst naturrechtlich verstanden wurden, bestand lange keine Notwendigkeit, den Islam zur Rechtfertigung der Menschenrechte heranzuziehen. Dies änderte sich erst in den 1960er Jahren, als der Islam zunehmend für die Rechtfertigung subjektiver Rechtsansprüche herangezogen wurde. Umgekehrt intervenierten nun auch islamische Eliten in die Debatte um die Menschenrechte und reklamierten das Recht auf eine islamische Begrenzung oder Bestimmung von Rechtsnormen. Naturrechtliche Deutungen wurden umstritten, da vielen der Islam als Prinzip einer religiösen Natürlichkeit gilt, die den Menschenrechten zugrunde zu legen sei. Eine „Islamität“ von Menschenrechten zu behaupten, provozierte zudem das Problem, für wen diese gelten sollten.

Doch macht es überhaupt Sinn, von „islamischen Menschenrechten“ zu sprechen? Was folgt aus den islamischen Debatten über das Verhältnis von Religion und Menschenrechten? Bedürfen heute Menschenrechte einer religiösen Rechtfertigung, um durchsetzungsfähig zu sein?

Donnerstag 18.15 Uhr
Referat ca. 1 Std., Diskussion ca. 1 Std.
Hörsaal F-121, Unitobler, Lerchenweg 36, 3012 Bern