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krino. Philosophische Gesellschaft Bern

07.12.2017

Prof. Dr. Christopher Gauker (Universität Salzburg)

Über den Unterschied zwischen realistischer und phantastischer Imagination

Wenn wir uns in unserer Imagination vorstellen, was geschehen könnte, halten wir das, was wir uns vorstellen, entweder für realistisch oder für fantastisch. Dass ein Weinglas zu Boden fällt und zersplittert, halten wir für realistisch. Dass ein Weinglas fällt und sich auf dem Weg nach unten in einen Vogel verwandelt und wegfliegt, halten wir für fantastisch. Worin besteht der Unterschied? Unter der Annahme, dass sich bildhaftes Denken nicht auf diskursives Denken reduzieren lässt, kann realistische Imagination nicht durch Übereinstimmung mit unseren Urteilen von fantastischer unterschieden werden. Eine bessere Erklärung beginnt damit, dass wir eine bildhafte Darstellung in der Imagination als eine Darstellung räumlicher Anordnung und komparativer Ähnlichkeit erklären. Eine realistische Darstellung der räumlichen Anordnung ist eine korrekte Darstellung eines geometrisch möglichen Szenarios. Komparative Ähnlichkeit wird mittels eines perzeptuellen Ähnlichkeitsraums dargestellt. Realistische Veränderungen von Gegenständen sind mithilfe der Darstellung von Punkten in einem perzeptuellen Ähnlichkeitsraum definierbar. Wir definieren eine kleine zulässige Veränderung als eine gewisse Art Punktreihe durch den perzeptuellen Ähnlichkeitsraum, die nach wahrgenommenen Ereignissen abgebildet worden ist, und wir definieren eine zulässige Veränderung (im Allgemeinen) als eine verknüpfte Serie von kleinen zulässigen Veränderungen.

Donnerstag 18.15 Uhr
Referat ca. 1 Std., Diskussion ca. 1 Std.
Hörsaal F-122, Lehrgebäude Unitobler, Lerchenweg 36, Bern