Diese Seite würde viel besser aussehen in einem Browser, der aktuelle Web Standards unterstützt, obwohl der Inhalt von jedem Browser oder Internet-Lesegerät dargestellt werden kann. Um sich über aktuelle Browser zu informieren, klicken Sie hier.

krino. Philosophische Gesellschaft Bern

09.11.2017

Dr. Christiana Werner (Georg-August Universität Göttingen)

Empathie mit fiktiven Figuren: Können wir mit Personen fühlen, die gar nicht existieren?

Unter dem schillernden Label „Paradox of Fiction” wird diskutiert, wie unsere emotionalen Reaktionen auf fiktive Figuren zu erklären und angemessen zu charakterisieren sind. Dabei wird häufig angenommen, dass es eine einheitliche Antwort für alle Emotionen gibt, die sich auf Fiktion richten. Mindestens sollten aber empathische und nicht-empathische emotionale Reaktionen unterschieden werden. Der geplante Vortrag wird insbesondere Empathie mit fiktiven Figuren und damit verbundene Fragen in den Blick nehmen. Unter „Empathie“ wird typischerweise ein mentaler Prozess verstanden, der eine Form von Affekttransfer beinhaltet: Die empathisierende Person fühlt was ihr Gegenüber fühlt. Offensichtlich ist es für einen solchen Prozess notwendig, dass es ein Gegenüber gibt, das mentale Zustände hat. Fast genauso offensichtlich ist es, dass dies ein Problem für die Fälle von Empathie mit fiktiven Figuren darstellt, denn sie existieren nicht und haben keine mentalen Zustände. Dennoch gibt es die stabile Alltagsintuition, dass Leser z.B. mit den fiktiven Figuren aus Romanen empathisieren. Auch in der philosophischen Debatte wird diese Meinung vertreten. Es muss daher geklärt werden, ob und auf welche Weise Empathie mit fiktiven Figuren möglich ist, obwohl eine – zumindest scheinbar – notwendige Bedingung für das Zustandekommen von Empathie nicht gegeben ist.

Donnerstag 18.15 Uhr
Referat ca. 1 Std., Diskussion ca. 1 Std.
Hörsaal F-122, Lehrgebäude Unitobler, Lerchenweg 36, Bern